Landwirtschaft

Der Bremische Landwirtschaftsverband e.V. ist die berufsständische Interessensvertretung der Landwirte im Bundesland Bremen. Wir vertreten unseren Berufstand gegenüber der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft und sind der Ansprechpartner im Land Bremen, wenn es um die Landwirtschaft mit allen ihren Wirtschaftszweigen und Ausprägungen geht.
Der Bremische Landwirtschaftsverband ist Mitglied im Deutschen Bauernverband und somit auch überregional aktiv.

Die Landwirtschaft hat nach wie vor einen hohen Stellenwert für die Nahrungsmittelproduktion, Direktvermarktung und die Pflege der Kulturlandschaft in Bremen. Die Zukunft der Landwirtschaft kann heute aber nicht mehr ohne die Themen bäuerliche Landwirtschaft in einem globalen Markt, Entwicklung der ländlichen Räume, Umweltschutz, Tierwohl und Verbraucherschutz diskutiert werden.

Dieser Diskussion stellen wir uns, fair und offen. Fairness und Offenheit erwarten wir in der Diskussion aber auch uns gegenüber. Unser Selbstverständnis ist, dass wir die moderne Landwirtschaft am Besten erklären können, denn wir leben und arbeiten jeden Tag damit und dafür. Nur respektvoll und auf Augenhöhe lassen sich gemeinschaftliche Ziele entwickeln und erreichen.

Bremen ist auch Landwirtschaft!

Daten & Fakten

Anzahl landwirtschaftlicher Betrieb: 145

Gesamtfläche Landwirtschaft: 8.050 ha

Ackerland: 1.641 ha

Dauergrünland: 6.409 ha

29% der Landesfläche werden landwirtschaftlich genutzt

Anzahl Rindvieh: 9.990 Stück

Anzahl Pferde: 926 Stück

 

Quelle: Statistisches Jahrbuch 2017; Statistische Landesamt Bremen
Aktuell
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Bauernverband bremen r+v

Statements

Position

Preisverfall, fehlende Wertschöpfung, Existenzangst spiegeln neben vielen anderen schwierigen Themen die Situation der Landwirtschaft im Dezember 2020 wider. Es darf sich daher niemand wundern, wenn daraus Bauernproteste resultierende, die in dieser Form absolut gerechtfertigt sind, um auf die Situation aufmerksam zu machen. Dazu später mehr.

Niedrigpreiswahnsinn, mangelnde Wertschätzung für Lebensmittel und für diejenigen, die sie produzieren, das andauernde Schwarze-Peter-Spiel und das Versagen, die bisherigen gesellschaftlichen Leistungen der Landwirtschaft anzuerkennen, haben eine gesamte Branche, die von vielen vor einem halben Jahr gerne noch als systemrelevant bezeichnet wurde, in die Ecke getrieben.

Die Zeit für taktische und kommunikative Spielchen ist vorbei und es gilt, JETZT Lösungen zu erarbeiten, die Perspektiven für eine gesamte Branche bieten und keine Augenwischerei sind. Es geht darum eine heimische, regionale, hochwertige und gesunde Lebensmittelproduktion zu sichern und zu erhalten, WENN MAN DAS WILL.

Ja, an den Lösungen muss und wird sich auch die Landwirtschaft weiter beteiligen. Es ist ihr existenzielles Interesse, an der Weiterentwicklung der Landwirtschaft zu arbeiten und die neuen Herausforderungen wertschöpfend und wertschätzende anzugehen. Dafür müssen aber alle die Gegenwart mit allen ihren Problemen und Herausforderungen wahrnehmen und anerkennen, was bis heute schon in und von der Landwirtschaft geleistet wurde und wird.

Es reicht nicht, wenn nur Teilbereiche oder bestimmte Themen beleuchtete werden, die von dem ein oder anderen dann auch noch mit Maximalforderungen belegt werden. Zukunftsplanung heißt, die Themen umfassend zu beleuchten und in ihren Auswirkungen an allen Faktoren abzugleichen.

Diese Vorgehensweise setzt eine faktenbezogene Diskussion und die Kompromissbereitschaft derer voraus, die sich an diesem Weiterentwicklungsprozess beteiligen wollen und müssen. Es ist völlig kontraproduktiv, wenn zu Beginn der Diskussion erst einmal alle Beteiligten ihre roten Linien markieren. Dann geht es nämlich nicht mehr um zukunftsorientierte Prozessveränderungen, sondern nur noch darum, die eigene rote Linie zu verteidigen. Daher müssen in einer solchen Diskussion die Politik, die Landwirtschaft, die Verarbeiter, der Handel und die Verbraucher mit einbezogen werden und ihren Teil dazu leisten, die Landwirtschaft weiter zu entwickelt, nachhaltiger zu machen, grüner werden zu lassen und auch bereit sein, die Kosten dafür zu tragen. Die Landwirte alleine können das nicht leisten und ihnen den schwarzen Peter zu geben, ist unehrlich.

Wir müssen damit starten, Begrifflichkeiten zu definieren bzw. wertneutrale Begriffe für diesen Prozess zu verwenden. Der Begriff Agrarwende gehört nicht dazu und ist kein Begriff für die Zukunftsplanung der Landwirtschaft, denn eine Zukunftsplanung ist nach vorne gerichtet und denkt in Modulen und ist nicht rückwärtsgewandt und in Ideologien verfangen. Ein aktiv gestalteter Zukunftsplan findet Lösungen, die eine Weiterentwicklung einer gesamten Branche unter Berücksichtigung neuer Entwicklungen, Erkenntnisse und gesellschaftlicher Ansprüche wertschöpfend möglich macht.

Der Begriff „Agrarwende“ taugt nur im Bereich der Preispolitik und der Wertschöpfung für die Lebensmitteproduktion. Hier ist der Begriff „Agrarwende“ sehr richtig eingesetzt, denn wir brauchen in der Tat eine Wende, eine Umkehr vom Niedrigpreisewahnsinn und Preisverfall hinzu einer wertschätzenden Bezahlung der Produkte, der Arbeit und der Umweltleistungen.  

Für unsere gesamte Arbeit gilt: Wir arbeiten als Bremer Bauernverband politisch neutral und das heißt, dass wir mit allen Parteien und Organisationen reden und zusammenarbeiten, die für die freiheitlich demokratische Grundordnung dieses Landes einstehen, die eine soziale Marktwirtschaft vertreten, das Wertesystem und Menschenbild unseres Grundgesetzes mittragen und in der Lage sind, einen wertschätzenden und respektvollen Dialog zu führen.

Das ist unser Wertesystem, auf dem wir unumstößlich stehen, nach dem wir handeln und das wir von anderen erwarten.

Um es noch deutlicher zu sagen: Wir haben es in der Vergangenheit nicht getan und werden auch zukünftig nicht mit Parteien, Organisationen und Personen zusammenarbeiten, die entweder rechtsextreme Phantasien zu einem neuen Reichsnährstand propagieren, linksextreme Träume von einer zwangskollektivierten Landwirtschaft haben, die Unversehrtheit der Privatsphäre und des Eigentums und damit die Gesetzgebung in diesem Land nicht beachten oder nicht in der Lage sind, einen offenen, wertschätzenden, konstruktiven Dialog zu führen.

Der Bremische Landwirtschaftsverband e.V. ist die berufsständische Interessensvertretung der Landwirte im Bundesland Bremen. Wir vertreten unseren Berufstand gegenüber der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft und sind der Ansprechpartner im Land Bremen, wenn es um die Landwirtschaft und den ländlichen Raum mit allen ihren Wirtschaftszweigen und Ausprägungen geht.

Unser Selbstverständnis und unser Verständnis von Solidarität für den Berufsstand beinhalten, dass unser Engagement für die Landwirtschaft nicht an der Landesgrenze endet. Wir werden uns immer für einen respektvollen Umgang mit den bäuerlichen Familien einsetzen und uns zu übergreifenden Themen zu Wort melden. Wir nehmen für uns in Anspruch, die moderne Landwirtschaft im Bundesland Bremen am besten erklären zu können, denn wir leben und arbeiten jeden Tag damit und dafür.

Vor dem Hintergrund, dass im Bundesland Bremen über 500.000 Konsumenten leben, positionieren wir uns auch zu bundesweiten Themen, die aufgrund der Betriebsstruktur das Bundesland Bremen vielleicht nicht direkt betreffen. Da das Land Bremen im Bundesrat allerdings eine Stimme hat und viele politische Fragestellungen bundesweit entschieden werden, sind diese Themen für uns auch Bremer Themen und diese Betrachtungsweise erwarten wir im Sinne einer bäuerlichen Landwirtschaft auch von der Bremer Politik.

Die bisherigen gesellschaftlichen Leistungen der Landwirtschaft im Bundesland Bremen müssen anerkannt werden und eine Förderung Wert sein. Die Landwirtschaft hat nach wie vor einen hohen Stellenwert für die Nahrungsmittelproduktion, Direktvermarktung und die Pflege der Kulturlandschaft in Bremen.

Die Landwirtschaft in Bremen zu erhalten und zukunftsfähig zu machen ist unser erklärtes Ziel.

Die Marktlage ist in fast allen Bereichen der Landwirtschaft bundesweit gerade extrem angespannt, teilweise dramatisch. Ein familienbezogenes Einkommen ist nur noch schwierig bzw. gar nicht mehr auf vielen Betrieben zu realisieren und wird dazu führen, dass ein massiver Strukturwandel eintreten wird.

Es geht uns nicht darum, weitere Subventionen zu bekommen, um die heutige Preisstruktur zu erhalten und irgendwie durch die Zeit zu kommen. Es geht darum, eine Wertschöpfung auf den Betrieben wiederherzustellen, die jeder Betrieb durch seine geleistete Arbeit in seinem gewählten Produktionszweig erwirtschaften kann. Hier sind die Verarbeiter, der Lebensmitteleinzelhandel, die Politik, die Verbraucher und ist die Landwirtschaft gefragt, um gemeinsam Lösungen zu finden. Es geht darum eine heimische, regionale, hochwertige und gesunde Lebensmittelproduktion zu sichern und zu erhalten, wenn man das will.

Wer über zukünftige Aufgaben der Landwirtschaft redet, sollte erst einmal anerkennen, dass alles, was heute schon durch die Landwirte im Bereich Klimaschutz, Schutz der Biodiversität Schutz der Böden, Vermeidung von CO2-Emissionen, aber auch für den Erhalt der Kulturlandschaft geleistet wird, noch gar nicht bei den Lebensmittelen mit eingepreist ist. Das wird als selbstverständlich hingenommen und durch immer neue Forderungen überlagert.

Die deutsche Landwirtschaft ist so vielseitig und unterliegt großen, regionalen Unterschieden. Was für Bremen funktioniert, muss noch lange nicht in Bayern funktionieren und umgekehrt. Eine regionale Betrachtung muss auch nach der Festlegung bzw. Neudefinition von einheitlichen Rahmenbedingungen möglich sein, nein, sie ist unerlässlich. Es müssen auch regional differenzierte, rechtliche Vorgaben, Anreizsysteme und Förderprogramme möglich sein, die beispielsweise unter einem klare, einheitlichen Haltungs- und Herkunftsnachweis aufgelegt werden.

Unter diesen Rahmenbedingungen muss aber allen landwirtschaftlichen Betrieben die Möglichkeit gegeben werden, sich an den Märkten und Vermarktungsmöglichkeiten zu beteiligen und von Förderprogrammen zu profitieren. Eine Ungleichbehandlung aus ideologischen Gesichtspunkten ist nicht akzeptabel und führt zu wirtschaftlichen Verwerfungen innerhalb der Branche.

Wir erwarten, dass diejenigen, die sich alle so gerne bei vielen Themen wie Naturschutz, Düngeverordnung, Insektenschutz, Wolfsmanagement usw. zu Wort melden, einmischen und mit teilweise irrationalen Forderungen in die erste Aufmerksamkeitsreihe wollen, dann auch dabei sind, wenn es um mehr Wertschätzung für Lebensmittel und mehr Wertschöpfung für die Landwirtschaft geht. Nur Forderungen an eine Berufsgruppe zu stellen und nicht dafür einzutreten, dass diese Forderungen dann auch umsetzbar und bezahlbar sind, ist kontraproduktiv.

Wer eine Weiterentwicklung der Landwirtschaft will, muss auch die Forderung nach einer höheren Wertschöpfung in der Landwirtschaft unterstützen und sich öffentlich dazu bekennen und sich an die Seite der Landwirte stellen.

Bei allen Fragen und Herausforderungen, die es zu diskutieren und zu bearbeiten gilt, ist es eine unerlässliche Grundvoraussetzung, dass alle an der Diskussion beteiligten Parteien, Organisationen und Berufsgruppen, sich mit Respekt und Wertschätzung begegnen und in der Lage sind, eine Diskussion auf der Sachebene zu führen, egal wie schwierig Themen sind und unabhängig davon, wie kontrovers die Standpunkte sind.

Respektlosigkeit, haltlose Vorwürfe, Besserwisserei und das unbewegliche Beharren auf dem eigenen Standpunkt führen zu keinem lösungsorientierten Gespräch. Dies gilt für alle Beteiligten, also auch für uns und daran lassen wir uns messen.

Wir stehen für Dialog.

Wir haben zu den landwirtschaftlichen Themen eine klare Position und respektieren andere Standpunkte. Nur mit gegenseitiger Wertschätzung und Dialogbereitschaft lassen sich die aktuellen und zukünftigen Fragestellungen zu Landwirtschaft, Umwelt und Natur beantworten. Wissenschaftliche Fakten, die Fachkompetenz des Berufsstandes und die Kompromissbereitschaft aller sind für uns die Grundlage jeden konstruktiven Gespräches.

Wir gehen mit dem Selbstverständnis in den Dialog, dass auch die andere Seite einmal Recht haben kann. Dabei lassen wir uns aber nicht unsere Fachkompetenz und die Deutungshoheit über unseren Berufsstand absprechen. Wir suchen nicht den kleinsten gemeinsamen Nenner, sondern wollen Lösungen, die sich weiter entwickeln können und die die Wertschöpfung des Wirtschaftszweiges Landwirtschaft unterstützen.

Seit Herbst 2019 finden regelmäßig Demonstrationen von Landwirten statt, die vor Weihnachten 2020 noch einmal einen neuen Höhenpunkt erreicht haben, die mit Trecker-Korsos und -blockaden auf ihre wirtschaftlich angespannte Lage aufmerksam machen. Das ist ihr gutes Recht, richtig so und wir unterstützen jede Form des friedlichen, rechtskonformen Protestes.

Wir haben Verständnis dafür, dass eine Treckerdemonstration in den Ballungsräumen wie in Bremen bei vielen Berufstätigen, Pendlern und allen, die sowieso schon im Bremer Verkehr feststecken, nicht erfreulich ist und zu Unmut und genervt sein führt. Allerdings sei hier einmal ganz klar gesagt: Eine Demonstration, die niemandem auffällt, wird inhaltlich nicht wahrgenommen. Landwirte nehmen nur ihr Grundrecht wahr, für ihre Anliegen auf die Straße zu gehen, wie ganz viele andere Berufs- und Interessensgruppen auch. Daher muss hier keine Diskussion geführt werden, ob Landwirte dies tun dürfen. Die Antwort ist nämlich: Ja, sie dürfen es.

Wir haben aber kein Verständnis dafür, dass sich Teile der Öffentlichkeit kopfschüttelnd über die Demonstrationen und die Forderungen nach höheren Erzeugerpreisen äußern. Bei allen anderen Berufsgruppen und Gewerkschaften wird kommentarlos akzeptiert, dass diese für ihre Maximalforderungen demonstrieren, die dann logischerweise in den Verhandlungen mit den anderen Beteiligten auf den größtmöglichen gemeinsamen Nenner zurückgeführt werden.

Der ewig gleiche Hinweis darauf, dass wir eine freie Marktwirtschaft haben und die Bauernverbände dies nicht akzeptieren und zurück in die Vergangenheit wollen, wirkt mittlerweile grotesk. Erst einmal: Wir haben in Deutschland eine soziale Marktwirtschaft bzw. wollen sie haben und keine freie Marktwirtschaft. Wer eine freie Marktwirtschaft fordert und damit eine Preisfindung nach Angebot und Nachfrage priorisiert, sollte aber auch akzeptieren, dass bei dieser Marktform der Staat mit seiner Gesetzgebung sich dann auch nicht auf der Produktionsseite einmischt. Das kann man wollen, hat aber weitreichende Auswirkungen. Wer also eine freie Marktwirtschaft fordert, dem empfehlen wir, sich erst einmal grundsätzlich mit der Definition von „freier Marktwirtschaft“ zu beschäftigen.

Es steht außer Frage, dass in der Vergangenheit nicht alles richtig gemacht wurde und dass sich Landwirtschaft, auch bei der Vermarktung, weiterentwickeln muss und weiterentwickelt. Das muss aber fair ablaufen und kann nicht funktionieren, in dem man auf der Produktionsseite immer mehr reglementiert, dem auf der Absatzseite aber keine Rechnung trägt. Ein Hinweis auf die Komplexität von globalen Märkten ist hier wohl nicht nötig.

Eine kopfschüttelnde Kommentierung der Marktlage der deutschen Landwirtschaft brauchen wir nicht und jeder einzelne, der dieses so quotiert, sollte erst einmal sein Verständnis von Marktwirtschaft überdenken und seine Rhetorik überprüfen und überlegen, ob Begriffe wie zum Beispiel „Monstertraktoren“ oder „brutale Treckergewalt“, die uns immer wieder begegnen, eine diskussionsfördernde Wortwahl sind oder doch nur stumpfe Polemik.

Es muss das Ziel aller Überlegungen, Programme, neuen Ideen und langfristigen Maßnahmen sein, die Struktur der bäuerlichen Familienbetriebe zu erhalten und zu sichern. Nur dadurch ist eine regionale Produktion von Lebensmitteln, der Erhalt der Kulturlandschaft und Naherholungsgebiete und die Umsetzung von vorhandenen und geplanten Umwelt- und Naturschutzprojekten möglich. Ohne Landwirtschaft wird das nicht möglich sein.

In Deutschland sind die landwirtschaftlichen Betriebe nach ihrer Rechtsform 89 Prozent Einzelunternehmer, 9 Prozent Personengesellschaften und 2 Prozent haben die Rechtsform der juristischen Person (Quelle: Statistisches Bundesamt 2016). Diese Zahlen belegen, dass der landwirtschaftliche Familienbetrieb die dominierende Form ist und ohne sie eine Landwirtschaft in Deutschland nicht möglich ist. Damit sind auch die größeren tierhaltende Betriebe und Marktfruchtbetriebe, die es auch in Bremen gibt, landwirtschaftliche Familienbetriebe. Eine Klassifizierung nach Anzahl der Tiere, Anzahl der Hektar, Anzahl der Mitarbeiter oder der Bewirtschaftungsart sind für den Bremer Bauernverband keine Parameter, um den landwirtschaftlichen Betrieben den Status des Familienbetriebes ab- oder zuzusprechen.

Ein landwirtschaftlicher Familienbetrieb zeichnet sich in der Regel dadurch aus, dass der Hof im direktem Besitz der bäuerlichen Familie ist, unabhängig bei der Entscheidungsfindung ist, eine Betriebsübernahme durch die kommende Generation möglich ist, der Betrieb und die Familie ein wichtiger Bestandteil der dörflichen Struktur und des ländlichen Lebens ist und als regionaler Arbeitgeber Bedeutung hat.

Wir fordern von der Bremer Politik, den Erhalt aller bäuerlichen Familienbetriebe, unabhängig von der Betriebsgröße, Flächenausstattung oder Bewirtschaftungsweise abzusichern und zu fördern.

In Deutschland werden weltweit die sichersten, am besten kontrollierten und qualitativ hochwertigsten Nahrungsmittel produziert, die täglich in unbegrenzter Menge dem Verbraucher zur Verfügung stehen. Diese Errungenschaften basieren darauf, dass auf den landwirtschaftlichen Familienbetrieben seit Generationen nachhaltig, vorausschauend und innovativ mit der Natur gearbeitet wird. Eine in Generationen denkende und nachhaltige Landwirtschaft ist ökonomisch sinnvoll, sozial absichernd, für die Umwelt verantwortbar, den ländlichen Raum erhaltend und bewahrt die Ressourcen für die kommenden Generationen.

Nachhaltigkeit beruht auf Weiterentwicklung, auf neuen Ideen, auf Zukunftsperspektiven und nicht auf rückwärtsgewandtes oder wirtschaftlichkeitsignorierendes Wunschdenken.

Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft verbindet den Schutz der Natur mit dem Erhalt der Produktivität, sichert die Einkommen der Betriebe in Verbindung mit der Produktion von bezahlbaren Lebensmitteln und fördert die Innovationskraft unter Berücksichtigung von gesellschaftlichen Ansprüchen.

Nachhaltigkeit heißt für uns, in Generationen zu denken und nicht in Wahlperioden.

Die Regionalität muss vielmehr in den Vordergrund gestellt werden. Unter dieser Überschrift sind die biologische und konventionelle Wirtschaftsweise zwei gleichberechtigte Betriebsformen in der Landwirtschaft und verdienen eine politische Gleichbehandlung.

Beide Wirtschaftsweisen sind für die Landwirtschaft und das Angebot an Lebensmitteln unerlässlich und der Verbraucher hat damit die freie Wahl, welche Produkte er konsumieren will. Diese Nachfrage mit regionalen Produkten aus den unterschiedlichen Produktionsrichtungen gilt es zu bedienen.

Ein besser oder schlechter gibt es hier nicht. Für beide Produktionswege muss der Marktzugang offen sein und müssen die Rahmenbedingungen gleichermaßen geschaffen werden, um die Wertschöpfung auf den landwirtschaftlichen Betrieben sicherzustellen.

Der Bremer Bauernverband steht für Dialog.

Wir haben zu den landwirtschaftlichen Themen eine klare Position und respektieren andere Standpunkte. Nur mit gegenseitiger Wertschätzung und Dialogbereitschaft lassen sich die aktuellen und zukünftigen Fragestellungen zu Landwirtschaft, Umwelt und Natur beantworten. Wissenschaftliche Fakten, die Fachkompetenz des Berufsstandes und die Kompromissbereitschaft aller sind für uns die Grundlage jeden konstruktiven Gesprächs. Wir gehen mit dem Selbstverständnis in den Dialog, dass auch die andere Seite einmal Recht haben kann. Dabei lassen wir uns aber nicht unsere Fachkompetenz und die Deutungshoheit über unseren Berufsstand absprechen. Wir suchen nicht den kleinsten gemeinsamen Nenner, sondern wollen Lösungen, die sich weiter entwickeln können und die die Wertschöpfung des Wirtschaftszweiges Landwirtschaft unterstützen.

Unsere ausführliche Position zum Thema „Dialog“ lesen Sie hier.

 

Der Natur- und Umweltschutz wird von uns nachhaltig und konstruktiv unterstützt, um die Kulturlandschaft in Bremen, die gleichzeitig auch einen enorm hohen Stellenwert für die Naherholung der Stadtbevölkerung hat, zu sichern und zu erhalten. Für die Akzeptanz solcher Maßnahmen und Projekte ist es aber unerlässlich, dass der Mehraufwand bzw. Minderertrag für den betroffenen Betrieb ausgeglichen wird.

Die Betriebsverträglichkeit und damit die Wertschöpfung auf den Betrieben muss ein wesentlicher Diskussionspunkt bei allen Agrarumweltmaßnahmen sein. Neue Ideen müssen neue Lösungsansätze bieten und nicht nach dem „entweder oder“, sondern nach dem „sowohl als auch“ Prinzip durchdacht werden. Die Freiwilligkeit, verbunden mit dem Zulassen von unternehmerischen Entscheidung sollte zukünftig viel mehr in den Fokus gestellt werden, damit Umweltmaßnahmen der kommenden Generation auf den Betrieben eine Perspektive bietet und nicht nimmt.

Der ungebremste Flächenverbrauch durch Bebauung und Kompensationsmaßnahmen muss gestoppt werden.

Durch die fortschreitende Versiegelung von Flächen wird nicht nur der Bodenmarkt für die Landwirtschaft immer mehr unter Druck gesetzt, sondern auch die Möglichkeiten für Agrarumweltmaßnahmen mehr und mehr begrenzt.

Neben den angestrebten Maßnahmen wie zum Beispiel der Innenstadtverdichtung brauchen wir alternative Ideen, die eine produktionsintegrierte Kompensation möglich machen.

Die Haltungsbedingungen unserer Nutztiere haben sich in den letzten Jahrzehnten rasant weiterentwickelt. Neue Stallbaukonzepte, Fütterungstechniken und das Hygienemanagement haben dazu maßgeblich beigetragen, wie auch die Initiative Tierwohl, an der immer mehr Betriebe freiwillig teilnehmen.

Wir unterstützen sowohl die Einführung eines betriebsmotivierenden Weidehaltungsprogramms als auch die Einführung einer verbindlichen Haltungskennzeichnung für Fleischprodukte im Lebensmitteleinzelhandel. Die Grundlage für eine solche Haltungskennzeichnung kann nur der Vorschlag des DBV sein, dessen Stufen-Modell richtigerweise bei einer Stufe 0 begänne, die Produkte kennzeichnet, die nicht dem deutschen, gesetzlichen Standard entsprechend. Damit würde deutlich, dass wir schon lange über der EU-Norm produzieren.

Zum Thema Tierwohl gehört auch die Anwendung des Tierschutzgesetzes: Wir stehen für ein kompromissloses Vorgehen gegen Schlachthöfe, Aufsichtsbehörden, Transportunternehmen und landwirtschaftliche Betriebe, die respektlos und brutal mit den Tieren umgehen bzw. das nicht verhindern.

Tierwohl und Wertschöpfung schließen sich nicht aus, sondern ergänzen sich, wenn der Verbraucher die entsprechenden Produkte nachfragt und kauft.

Der Wolf ist nach Deutschland zurückgekehrt und breitet sich ungehindert aus.

Mittlerweile mussten wir feststellen, dass die Weidetierhaltung in unserer Kulturlandschaft und die ungehinderte Ausbreitung des Wolfes nicht zusammenpassen. Immer mehr Risse von Nutztieren belegen dies eindeutig. Wir müssen dringend zu einer ideologiefreien Diskussion um den Wolf zurückkehren und die Probleme und Herausforderungen, die mit der Wiederansiedlung des Wolfes verbunden sind, in einem aktiven Wolfsmanagement lösen. Niemand will den Wolf wieder ausrotten. In einem aktiven Wolfsmanagement muss aber der Abschuss von Problemtieren oder -rudeln möglich sein. Wenn durch die Weidetierhaltung beispielsweise nicht mehr unsere Deiche geschützt werden, gefährdet der Schutz eines einzelnen Tieres ganze Landstriche.

Wir fordern vom Land Bremen, sich heute schon mit einem aktiven Wolfsmanagement zu beschäftigen, um für den Tag, wenn der Wolf nach Bremen kommt, vorbereitet zu sein. Es ist nämlich nicht mehr die Frage ob er kommt, sondern nur noch wann.

Des Weiteren fordern wir, invasive Art wie zum Beispiel die Nilgans oder die Nutrias konsequent zu bejagen. Sie verursachen nicht nur auf den landwirtschaftlichen Flächen Schäden, sondern gefährden und verdrängen unsere heimischen Arte.

Wir brauchen eine verbraucherpolitische Strategie in Bremen, die einen nachhaltigen Konsum unterstützt und damit die ökonomischen, ökologischen und sozialen Auswirkungen des eigenen Handelns und die eigene Verantwortung bei diesem Thema verdeutlicht.

Das Ziel ist es, die Wertschätzung gegenüber Lebensmitteln wieder zu steigern. Das Reduzieren oder im besten Fall Vermeiden von Lebemsmittelverschwendung ist ein aktiver Beitrag zur Ressourcenschonung und zum Erreichen der Klimaschutzziele.

Wir unterstützen aktiv die Verbraucherschutzsenatorin bei ihrem Engagement für mehr Wertschätzung von Lebensmitteln.

Wir unterstützen die Arbeit des gemeinnützigen Vereins Mensch.Natur.Landwirtschaft e.V.

Mehr Informationen zu dem Verein gibt es hier.

 

Wir haben als Bremer Bauernverband die Weidecharta gezeichnet und machen uns   mit vielen anderen Organisationen auch für die Weidehaltung stark.

Mehr Informationen zur zu PRO WEIDELAND gibt es hier.

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