Landwirtschaft

Der Bremische Landwirtschaftsverband e.V. ist die berufsständische Interessensvertretung der Landwirte im Bundesland Bremen. Wir vertreten unseren Berufstand gegenüber der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft und sind der Ansprechpartner im Land Bremen, wenn es um die Landwirtschaft mit allen ihren Wirtschaftszweigen und Ausprägungen geht. Der Bremische Landwirtschaftsverband ist Mitglied im Deutschen Bauernverband und somit auch überregional aktiv.

Die Landwirtschaft hat nach wie vor einen hohen Stellenwert für die Nahrungsmittelproduktion, Direktvermarktung und die Pflege der Kulturlandschaft in Bremen. Die Zukunft der Landwirtschaft kann heute aber nicht mehr ohne die Themen bäuerliche Landwirtschaft in einem globalen Markt, Entwicklung der ländlichen Räume, Umweltschutz, Tierwohl und Verbraucherschutz diskutiert werden.

Dieser Diskussion stellen wir uns, fair und offen. Fairness und Offenheit erwarten wir in der Diskussion aber auch uns gegenüber. Unser Selbstverständnis ist, dass wir die moderne Landwirtschaft am Besten erklären können, denn wir leben und arbeiten jeden Tag damit und dafür. Nur respektvoll und auf Augenhöhe lassen sich gemeinschaftliche Ziele entwickeln und erreichen.

Bremen ist auch Landwirtschaft!

Daten & Fakten

Anzahl landwirtschaftlicher Betrieb: 145

Gesamtfläche Landwirtschaft: 8.050 ha

Ackerland: 1.641 ha

Dauergrünland: 6.409 ha

29% der Landesfläche werden landwirtschaftlich genutzt

Anzahl Rindvieh: 9.990 Stück

Anzahl Pferde: 926 Stück

 

Quelle: Statistisches Jahrbuch 2017; Statistische Landesamt Bremen
Aktuell

Zukunft braucht Landwirtschaft

Am 28. März 2019 findet wieder der bundesweite Zukunftstag statt, an dem Mädchen und Jungen der Klassenstufen 5 bis 10 die Möglichkeit haben, in die Berufswelt hinein zu schnuppern. Auch die Landwirte in Bremen nehmen wieder an diesem Tag teil und ermöglichen den...

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Fragen zur Bürgerschaftswahl

Anlässlich der Wahl zur Bremer Bürgerschaft am 26. Mai 2019 haben wir als Bremer Bauernverband wieder unsere Wahlprüfsteine erarbeitet und an die Parteien versendet. Wir wollen mit diesem Fragenkatalog unseren Mitgliedern und allen interessierten Bürgern einen...

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Verband

Mitglieder

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Vorstand

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Förderer

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Position

Unser Selbstverständnis und unser Verständnis von Solidarität für den Berufsstand beinhaltet, dass unser Engagement für die Landwirtschaft nicht an der Landesgrenze endet. Wir werden uns immer für einen respektvollen Umgang mit den bäuerlichen Familien einsetzen und uns zu übergreifenden Themen zu Wort melden. Wir nehmen für uns in Anspruch, die moderne Landwirtschaft im Bundesland Bremen am Besten erklären zu können, denn wir leben und arbeiten jeden Tag damit und dafür.

Vor dem Hintergrund, dass im Bundesland Bremen über 500.000 Konsumenten leben, positionieren wir uns auch zu bundesweiten Themen, die aufgrund der Betriebsstruktur das Bundesland Bremen vielleicht nicht direkt betreffen. Da das Land Bremen im Bundesrat allerdings eine Stimme hat und viele politische Fragestellungen bundesweit entschieden werden, sind diese Themen für uns auch Bremer Themen und diese Betrachtungsweise erwarten wir im Sinne einer bäuerlichen Landwirtschaft auch von der Bremer Politik.

Die bisherigen gesellschaftlichen Leistungen der Landwirtschaft im Bundesland Bremen müssen anerkannt werden und eine Förderung Wert sein. Die Landwirtschaft hat nach wie vor einen hohen Stellenwert für die Nahrungsmittelproduktion, Direktvermarktung und die Pflege der Kulturlandschaft in Bremen.

Die Landwirtschaft in Bremen zu erhalten und zukunftsfähig zu machen ist unser erklärtes Ziel.

In Deutschland sind die landwirtschaftlichen Betriebe nach ihrer Rechtsform 89 Prozent Einzelunternehmer, 9 Prozent Personengesellschaften und 2 Prozent haben die Rechtsform der juristischen Person (Quelle: Statistisches Bundesamt 2016). Diese Zahlen belegen, dass der landwirtschaftliche Familienbetrieb die dominierende Form ist und ohne sie eine Landwirtschaft in Deutschland nicht möglich ist. Damit sind auch die größeren tierhaltende Betriebe und Marktfruchtbetriebe, die es auch in Bremen gibt, landwirtschaftliche Familienbetriebe. Eine Klassifizierung nach Anzahl der Tiere, Anzahl der Hektar, Anzahl der Mitarbeiter oder der Bewirtschaftungsart sind für den Bremer Bauernverband keine Parameter, um den landwirtschaftlichen Betrieben den Status des Familienbetriebes ab- oder zuzusprechen. 

Ein landwirtschaftlicher Familienbetrieb zeichnet sich in der Regel dadurch aus, dass der Hof im direktem Besitz der bäuerlichen Familie ist, unabhängig bei der Entscheidungsfindung ist, eine Betriebsübernahme durch die kommende Generation möglich ist, der Betrieb und die Familie ein wichtiger Bestandteil der dörflichen Struktur und des ländlichen Lebens ist und als regionaler Arbeitgeber Bedeutung hat.

Wir fordern von der Bremer Politik, den Erhalt aller bäuerlichen Familienbetriebe, unabhängig von der Betriebsgröße, Flächenausstattung oder Bewirtschaftungsweise abzusichern und zu fördern.

In Deutschland werden weltweit die sichersten, am besten kontrollierten und qualitativ hochwertigsten Nahrungsmittel produziert, die täglich in unbegrenzter Menge dem Verbraucher zur Verfügung stehen. Diese Errungenschaften basieren darauf, dass auf den landwirtschaftlichen Familienbetrieben seit Generationen nachhaltig, vorausschauend und innovativ mit der Natur gearbeitet wird. Eine in Generationen denkende und nachhaltige Landwirtschaft ist ökonomisch sinnvoll, sozial absichernd, für die Umwelt verantwortbar, den ländlichen Raum erhaltend und bewahrt die Ressourcen für die kommenden Generationen.

Nachhaltigkeit beruht auf Weiterentwicklung, auf neuen Ideen, auf Zukunftsperspektiven und nicht auf rückwärtsgewandtes oder wirtschaftlichkeitsignorierendes Wunschdenken.

Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft verbindet den Schutz der Natur mit dem Erhalt der Produktivität, sichert die Einkommen der Betriebe in Verbindung mit der Produktion von bezahlbaren Lebensmitteln und fördert die Innovationskraft unter Berücksichtigung von gesellschaftlichen Ansprüchen.

Nachhaltigkeit heißt für uns, in Generationen zu denken und nicht in Wahlperioden.

Die biologische und konventionelle Wirtschaftsweise sind zwei gleichberechtigte Betriebsformen in der Landwirtschaft und verdienen eine politische Gleichbehandlung. Unter der Überschrift „regional“ bieten sie den Bremer Verbraucherinnen und Verbrauchern qualitativ hochwertige Lebensmittel, die in der Region produziert werden. Beide Wirtschaftsweisen sind für die Landwirtschaft und das Angebot an Lebensmitteln in Bremen unerlässlich und der Verbraucher hat damit die freie Wahl, welche Produkte er konsumieren will.

Diese Nachfrage mit regionalen Produkten aus den unterschiedlichen Produktionsrichtungen gilt es zu bedienen. Ein besser oder schlechter gibt es hier nicht.

Für beide Produktionswege muss der Marktzugang offen sein und müssen die Rahmenbedingungen gleichermaßen geschaffen werden, um die Wertschöpfung auf den landwirtschaftlichen Betrieben sicherzustellen.

Der Bremer Bauernverband steht für Dialog.

Wir haben zu den landwirtschaftlichen Themen eine klare Position und respektieren andere Standpunkte. Nur mit gegenseitiger Wertschätzung und Dialogbereitschaft lassen sich die aktuellen und zukünftigen Fragestellungen zu Landwirtschaft, Umwelt und Natur beantworten. Wissenschaftliche Fakten, die Fachkompetenz des Berufsstandes und die Kompromissbereitschaft aller sind für uns die Grundlage jeden konstruktiven Gesprächs. Wir gehen mit dem Selbstverständnis in den Dialog, dass auch die andere Seite einmal Recht haben kann. Dabei lassen wir uns aber nicht unsere Fachkompetenz und die Deutungshoheit über unseren Berufsstand absprechen. Wir suchen nicht den kleinsten gemeinsamen Nenner, sondern wollen Lösungen, die sich weiter entwickeln können und die die Wertschöpfung des Wirtschaftszweiges Landwirtschaft unterstützen.

Unsere ausführliche Position zum Thema „Dialog“ lesen Sie hier.

 

Der Natur- und Umweltschutz wird von uns nachhaltig und konstruktiv unterstützt, um die Kulturlandschaft in Bremen, die gleichzeitig auch einen enorm hohen Stellenwert für die Naherholung der Stadtbevölkerung hat, zu sichern und zu erhalten. Für die Akzeptanz solcher Maßnahmen und Projekte ist es aber unerlässlich, dass der Mehraufwand bzw. Minderertrag für den betroffenen Betrieb ausgeglichen wird.

Die Betriebsverträglichkeit und damit die Wertschöpfung auf den Betrieben muss ein wesentlicher Diskussionspunkt bei allen Agrarumweltmaßnahmen sein. Neue Ideen müssen neue Lösungsansätze bieten und nicht nach dem „entweder oder“, sondern nach dem „sowohl als auch“ Prinzip durchdacht werden. Die Freiwilligkeit, verbunden mit dem Zulassen von unternehmerischen Entscheidung sollte zukünftig viel mehr in den Fokus gestellt werden, damit Umweltmaßnahmen der kommenden Generation auf den Betrieben eine Perspektive bietet und nicht nimmt.

Der ungebremste Flächenverbrauch durch Bebauung und Kompensationsmaßnahmen muss gestoppt werden.

Durch die fortschreitende Versiegelung von Flächen wird nicht nur der Bodenmarkt für die Landwirtschaft immer mehr unter Druck gesetzt, sondern auch die Möglichkeiten für Agrarumweltmaßnahmen mehr und mehr begrenzt.

Neben den angestrebten Maßnahmen wie zum Beispiel der Innenstadtverdichtung brauchen wir alternative Ideen, die eine produktionsintegrierte Kompensation möglich machen.

Die Haltungsbedingungen unserer Nutztiere haben sich in den letzten Jahrzehnten rasant weiterentwickelt. Neue Stallbaukonzepte, Fütterungstechniken und das Hygienemanagement haben dazu maßgeblich beigetragen, wie auch die Initiative Tierwohl, an der immer mehr Betriebe freiwillig teilnehmen.

Wir unterstützen sowohl die Einführung eines betriebsmotivierenden Weidehaltungsprogramms als auch die Einführung einer verbindlichen Haltungskennzeichnung für Fleischprodukte im Lebensmitteleinzelhandel. Die Grundlage für eine solche Haltungskennzeichnung kann nur der Vorschlag des DBV sein, dessen Stufen-Modell richtigerweise bei einer Stufe 0 begänne, die Produkte kennzeichnet, die nicht dem deutschen, gesetzlichen Standard entsprechend. Damit würde deutlich, dass wir schon lange über der EU-Norm produzieren.

Zum Thema Tierwohl gehört auch die Anwendung des Tierschutzgesetzes: Wir stehen für ein kompromissloses Vorgehen gegen Schlachthöfe, Aufsichtsbehörden, Transportunternehmen und landwirtschaftliche Betriebe, die respektlos und brutal mit den Tieren umgehen bzw. das nicht verhindern.

Tierwohl und Wertschöpfung schließen sich nicht aus, sondern ergänzen sich, wenn der Verbraucher die entsprechenden Produkte nachfragt und kauft.

Der Wolf ist nach Deutschland zurückgekehrt und breitet sich ungehindert aus.

Mittlerweile mussten wir feststellen, dass die Weidetierhaltung in unserer Kulturlandschaft und die ungehinderte Ausbreitung des Wolfes nicht zusammenpassen. Immer mehr Risse von Nutztieren belegen dies eindeutig. Wir müssen dringend zu einer ideologiefreien Diskussion um den Wolf zurückkehren und die Probleme und Herausforderungen, die mit der Wiederansiedlung des Wolfes verbunden sind, in einem aktiven Wolfsmanagement lösen. Niemand will den Wolf wieder ausrotten. In einem aktiven Wolfsmanagement muss aber der Abschuss von Problemtieren oder -rudeln möglich sein. Wenn durch die Weidetierhaltung beispielsweise nicht mehr unsere Deiche geschützt werden, gefährdet der Schutz eines einzelnen Tieres ganze Landstriche.

Wir fordern vom Land Bremen, sich heute schon mit einem aktiven Wolfsmanagement zu beschäftigen, um für den Tag, wenn der Wolf nach Bremen kommt, vorbereitet zu sein. Es ist nämlich nicht mehr die Frage ob er kommt, sondern nur noch wann.

Des Weiteren fordern wir, invasive Art wie zum Beispiel die Nilgans oder die Nutrias konsequent zu bejagen. Sie verursachen nicht nur auf den landwirtschaftlichen Flächen Schäden, sondern gefährden und verdrängen unsere heimischen Arte.

Das Land Bremen muss auch in landwirtschaftlichen Fragen seinen Einfluss bei Entscheidungen auf Bundesebene geltend machen und sein Abstimmungsverhalten im Bundesrat aus Sicht der Ernährung von 500.000 Verbraucherinnen und Verbrauchern ausrichten und nicht nach parteipolitischer Ideologie.

Wir stehen jeder Zeit gerne beratend zur Seite und bieten unsere landwirtschaftliche Kompetenz auch zur Vorbereitung von bundesweit relevanten Themen an.

Die überbordende Bürokratie im landwirtschaftlichen Sektor muss im Rahmen der landespolitischen Möglichkeiten reduziert werden.

Des Weiteren muss der Staatsvertrag zwischen Niedersachsen und Bremen auf den Prüfstand, um zu klären, ob ein teilweise eigenständiger „Bremer Weg“ möglich ist. Oberstes Ziel muss es sein, dass das Bremer Geld aus der 2. Säule ausschließlich für Bremer Projekte und Maßnahmen zur Verfügung gestellt wird.

Wir fordern die Bremer Politik auf, hier einen runden Tisch zu installieren, an dem diese Fragen zwischen der Politik, den Behörden, der Landwirtschaftskammer und dem Bauernverband diskutiert wird.

Wir brauchen eine verbraucherpolitische Strategie in Bremen, die einen nachhaltigen Konsum unterstützt und damit die ökonomischen, ökologischen und sozialen Auswirkungen des eigenen Handelns und die eigene Verantwortung bei diesem Thema verdeutlicht.

Das Ziel ist es, die Wertschätzung gegenüber Lebensmitteln wieder zu steigern. Das Reduzieren oder im besten Fall Vermeiden von Lebemsmittelverschwendung ist ein aktiver Beitrag zur Ressourcenschonung und zum Erreichen der Klimaschutzziele.

Wir unterstützen aktiv die Verbraucherschutzsenatorin bei ihrem Engagement für mehr Wertschätzung von Lebensmitteln.

Auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin ist das Bundesland Bremen nicht mehr vertreten.

Angesichts von über 500.000 Verbraucherinnen und Verbraucher, der stark vertretenden Lebensmittelindustrie und dessen große Bedeutung in unserem Bundesland und der Bedeutung des Tourismus für das Land Bremen, ist das Fehlen von Bremen auf der IGW nicht akzeptabel. 

Wir unterstützen die Forderung nach einem neuen starken Auftritts des Landes Bremen auf der IGW.

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