Man könnte glauben, dass das Pfingstwochenende mit dem guten Wetter doch zu etwas Gelassenheit und Entspannung führen müsste.

Weit gefehlt!

Da gab es am 2. Juni über 1:42 Stunde die Haushaltsdebatte zu Ernährung und Landwirtschaft im Bundestag. Von diesen Knapp 2 Stunden hat der Landwirtschaftsminister Cem Özdemir aufgerundet 4 Minuten geredet.
Und, wurden konkrete Themen und deren Umsetzung klar angesprochen? Die Antwort ist NEIN.

Wozu werden denn nicht ganz konkret die Themen auf die Agenda gesetzt, die wirklich eine Transformation bringen würden. Dazu gehört, die Sicherung der Wertschöpfung auf den Höfen zu gewährleisten, gegen die Rohstoff- und Nahrungsmittelspekulation vorzugehen, Artenschutz und Pflanzenschutz im Kontext der Digitalisierung und innovativer Züchtungsmöglichkeiten zu diskutieren, Lösungen für die Weidehaltung und den Wolf zu erarbeiten, Flächenstilllegungen auf Basis der Frage nach der Ernährungssicherheit ergebnisoffen zu besprechen und die Haltungs- und Herkunftssicherung endlich umzusetzen. Und das sind bei weitem nicht alle notwendigen und wichtigen Themen.

Wo ist eigentlich die Initiative der Bundesregierung, endlich mit einem großen Projekt gegen die Lebensmittelverschwendung vorzugehen, hinter dem sich Landwirte, Verarbeiter, Vermarkter und Verbraucher gemeinsam zusammenfinden könnten und gemeinsam etwas verändern könnten? Was ist das eigentlich für einen Ressourcenverschwendung, dass ein Teil der Ernte, nach EU-Vorgaben, auf dem Acker bleiben und untergepflügt werden muss, weil der Salatkopf im Durchmesser zu klein, die Gurke zu krumm und die Kartoffel zu groß ist.

Nur diese Themen als Überschrift anzusprechen und deren Umsetzung anzukündigen, hätte vielleicht 2 Minuten Redezeit mehr beansprucht. Das hätte ja wohl drinliegen müssen.

Und dann wird in der topagrar der Edekachef Markus Mosa mit den Worten zitiert, dass die Agrarwende zu spät komme, weil die Landwirtschaft lieber auf billiges Fleisch und Export gesetzt hat. Das haut dem Fass jetzt wirklich den Boden aus. Wer ist denn maßgeblich an der Preisfindung für Lebensmittel beteiligt, drückt die Preise seit Jahren und hat in den zwei Coronajahren unglaubliche Gewinne eingefahren? Die Landwirte sind es jedenfalls nicht. Unfassbar.

Die Borniertheit und Selbstherrlichkeit mancher, handelnder Personen jenseits der Landesebene nimmt mittlerweile unerträgliche Züge an.

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